Jeutsch: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Jeutsch''': „Kriegsu paar aufs Maul, Alda…“ | '''Jeutsch''': „Kriegsu paar aufs Maul, Alda…“ | ||
Version vom 5. September 2009, 14:06 Uhr
Jeutsch ist eine verbale Mischform der Deutschen Sprache und zeichnet sich durch seine prägnante Kurzform aus. Jeutsch wird häufig von Jugendlichen benutzt um bestimmte Dinge präzise zu formulieren. Dabei kann es sich um ganze Sätze oder einzelne Wörter handeln. Auch Drohungen oder Fragen können in Jeutsch formuliert werden. Das Glottonym „Jeutsch“ entwickelt sich erst im späten 20. Jahrhundert aus verschiedenen Sprachen, aber immer mit Deutsch als Grundform. Wie bereits beschrieben ist der Urstamm in jugendlichen Kreisen, vor allem aber im Bereich der Hip Hop Musik, zu finden.
Einige Beispiele sollen die Grundstruktur von Jeutsch verdeutlichen:
Deutsch: Kevin, wollen wir uns gleich zu Aldi begeben, um etwas einzukaufen?
Jeutsch: Digger, Kommsu Aldi?
Deutsch: „Leider ist eine körperliche Auseinandersetzung unvermeidbar.“
Jeutsch: „Kriegsu paar aufs Maul, Alda…“
Jeutsch lässt sich auf jede beliebige Textpassage übertragen. Dabei ist die Grammatik so simpel gestrickt, das Jeutsch quasi von jeden erlernbar ist.
Beispiel aus Gothes Faust
"Osterspaziergang"
Auf einem Osterspaziergang erquickt sich Faust kurze Zeit an der erwachenden Frühlingsnatur und am ausgelassenen Treiben des Volkes. Alle rühmen Faust ob seiner uneigennützigen Hilfe bei der letzten Pestepidemie, doch eben diese Ehren trüben wieder seine Laune. Weiss er doch nur zu gut, wie wenig seine obskuren alchemistischen Künste vermögen, wie oft er Gift statt wahrer Arznei verabreicht hat. Faust fühlt sich innerlich zerrissen. Schon bricht die Dämmerung herein, als Faust einen sonderbaren schwarzen Hund erblickt, der die beiden Spaziergänger umschweift. Wagner erscheint er als ganz gewöhnlicher Pudel, doch Faust vermeint einen Feuerstrudel auf seinen Pfaden hinterdrein ziehen zu sehen.
Ins Jeutsche Übersetzt
"Osterspaziergang"
Voll Krass denkt Faust wie geil das Wetter ist und wie heftig die Leute abgehen. Jeder schleimt weil Faust krasser Heiler ist, Faust aber sucks weil ist er krasser Faker der Gift mischt. Heftig schwarze Töhle kommt daher, doch Faust sieht krassen Teufel dahinter.
Deutlich wird die drastische Verkürzung des ursprünglichen Textes, was ja auch das Hauptargument für Jeutsch ist. Das Wort "Krass" z.B. kann für mehrere Dinge eingebunden werden. Zum einen steht "Krass" für Stark,Beeindruckend oder Überwältigend. Zum anderen kann es auch für Ungläubigkeit oder Fassungslosigkeit stehen.Um das Vokabular von Jeutsch genauer analysieren zu können, schauen wir noch mal folgende Debatte zwischen Maik und Ali an. Beides Jeutsche – 19 Jahre alt.
Maik: „Hey Ali, Digger was geht?“
Ali: „Nichts Alda, hab gestern krasses Shit gebarzt.“
Maik: „Krass, haut rein oda was?“
Ali: „Geht voll ab Digger!“
Die kursiv markierten Wörter stellen hier den besonderen Bezug zum Jeutsch dar. Digger steht in jedem Fall für eine freundliche Bezeichnung und wird im Freundeskreis oft verwendet, gleichzeitig ist es auch eine Form der Begrüßung. Shit allerdings hat in dem Fall nichts mit Kot zu tun, sondern ist ein Synonym für Marihuana. Ein kleiner Hinweis darauf ist das Wort „gebarzt“ oder im Singular „Barzen“ was soviel wie konsumieren oder in dem Fall Rauchen bedeutet.
“Haut rein“ und „geht voll ab“ stehen in dem Fall für die gleiche Aussage. Damit soll angedeutet werden dass etwas Positiv ist.
Für das endgültige Verständnis, hier noch mal der Dialog auf Deutsch.
Maik: „Hallo Ali, wie geht es dir, was machst du so?“
Ali: „Nicht viel, ich habe gestern einen berauschende Marihuanazigarette geraucht.“
Maik: „ Beeindruckend, war es sehr Berauschend?“
Ali: „ In der Tat, ich fühlte mich sehr komisch.“
Der Sinn von Jeutsch ist also die präzise und effektive Übermittlung einer Information unter der Verwendung unverständlicher Wortkreationen.
Noch kürzer geht es nur noch wenn man das Möhische perfekt beherrscht.