Gesichtsbelästigung: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | '''Gesichtsbelästigung''' ist ein [[Stil]]mittel des Grafikdesigns. Hierzu werden [[Gesicht]]er von im Regelfall etwa 40-jährigen [[Mensch]]en als Gestaltungselemente eingesetzt. In [[Werbung|Werbebroschüren]], [[kommerz]]iellen [[Legasthenopedia|Webseite]]n und teilweise auch in Zeitschriften findet man daher immer häufiger [[Bild]]er von Gesichtern abgedruckt und zwar auf jeder [[Seite]] und ohne erkennbaren Zusammenhang zum eigentlichen [[Thema]]. | |
| − | + | Von den Gesichtern starren etwa 60 % den Leser direkt an, die [[rest]]lichen [[Gesicht]]er befinden sich in einer Position, aus der heraus sie den Leser [[diskret]] [[Spezial:Beobachtungsliste|beobachten]] können. So können z. B. auf einer [[Foto|Abbildung]] zwei Gesichter sich [[Unterhaltung|unterhalten]] und scheinbar am [[Kamelopedia:Lesezirkel|Leser]] desinteressiert sein, haben jedoch freie Sicht auf den Leser. Ein anderes Gesicht kann wiederum im [[Winkel]] von 45° am Leser vorbeisehen, hat ihn aber dennoch im Blickwinkel. Wiederum ein anderes Gesicht kann so tun, als ob es [[Schlaf|schläft]], und dabei die [[Gedanke]]n des Lesers telepathisch überwachen. Der Gesichtsausdruck nahezu sämtlicher Gesichter ist [[Ernst Haft|ernsthaft]] bis kommerziell [[freund]]lich. | |
| − | Die Gesichter | + | Durch die Gesichter wird der Leser einerseits eingeschüchtert, andererseits [[Irre|irritiert]]. Die Einschüchterung hilft ihm, den [[Inhalt]] der [[Werbung|Werbebroschüre]], kommerziellen Webseiten oder Zeitschrift besser aufzunehmen: der [[Müll]] wird pflichtbewusst gelesen, damit die Gesichter nicht schimpfen. Die Irritation andererseits bewirkt, dass der [[Kritik|kritische]] Denkreflex unterdrückt wird und sich der [[Müll]] besser im [[Gehirn]] festfressen kann. Diesen Effekt hat auch die Aktivierung der bei allen Non-[[Geek]]s vorhandenen Soft-Skills durch die Gesichter, d. h. das Gehirn wird mit ''sozialer Interaktion'', ''nonverbaler Kommunikation'' und ähnlichem beschäftigt. Diese Prozesse belegen einen großen Teil auf der Zeitscheibe und verbrauchen auch jede [[viel|Menge]] Kurzzeitgedächtnis, was sogar einen Pufferüberlauf verursachen kann. Auch ausgiebige [[Gehirnwäsche]]n [[vermögen]] derlei Belästigungen nur bedingt zu neutralisieren, es hinterbleiben also posttraumatische Eindrücke mit [[George Orwell|ohrwell]]schem Charakter. |
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Aktuelle Version vom 29. Januar 2010, 22:30 Uhr
Gesichtsbelästigung ist ein Stilmittel des Grafikdesigns. Hierzu werden Gesichter von im Regelfall etwa 40-jährigen Menschen als Gestaltungselemente eingesetzt. In Werbebroschüren, kommerziellen Webseiten und teilweise auch in Zeitschriften findet man daher immer häufiger Bilder von Gesichtern abgedruckt und zwar auf jeder Seite und ohne erkennbaren Zusammenhang zum eigentlichen Thema.
Von den Gesichtern starren etwa 60 % den Leser direkt an, die restlichen Gesichter befinden sich in einer Position, aus der heraus sie den Leser diskret beobachten können. So können z. B. auf einer Abbildung zwei Gesichter sich unterhalten und scheinbar am Leser desinteressiert sein, haben jedoch freie Sicht auf den Leser. Ein anderes Gesicht kann wiederum im Winkel von 45° am Leser vorbeisehen, hat ihn aber dennoch im Blickwinkel. Wiederum ein anderes Gesicht kann so tun, als ob es schläft, und dabei die Gedanken des Lesers telepathisch überwachen. Der Gesichtsausdruck nahezu sämtlicher Gesichter ist ernsthaft bis kommerziell freundlich.
Durch die Gesichter wird der Leser einerseits eingeschüchtert, andererseits irritiert. Die Einschüchterung hilft ihm, den Inhalt der Werbebroschüre, kommerziellen Webseiten oder Zeitschrift besser aufzunehmen: der Müll wird pflichtbewusst gelesen, damit die Gesichter nicht schimpfen. Die Irritation andererseits bewirkt, dass der kritische Denkreflex unterdrückt wird und sich der Müll besser im Gehirn festfressen kann. Diesen Effekt hat auch die Aktivierung der bei allen Non-Geeks vorhandenen Soft-Skills durch die Gesichter, d. h. das Gehirn wird mit sozialer Interaktion, nonverbaler Kommunikation und ähnlichem beschäftigt. Diese Prozesse belegen einen großen Teil auf der Zeitscheibe und verbrauchen auch jede Menge Kurzzeitgedächtnis, was sogar einen Pufferüberlauf verursachen kann. Auch ausgiebige Gehirnwäschen vermögen derlei Belästigungen nur bedingt zu neutralisieren, es hinterbleiben also posttraumatische Eindrücke mit ohrwellschem Charakter.
Die Gesichter sind gewöhnlich anonym veröffentlicht und austauschbar. Dennoch ist ihre Identität bekannt: Mit der komischen Brille aus dem Film „SIE leben“ erkennt man, dass SIE es sind.
Hat gar nichts zu tun mit: Paranoia