Kamelobooks:Das Apfelkamel: Unterschied zwischen den Versionen
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Als alle anderen Tiere längst wieder davongetrottet waren, fand es immer noch keinen Reim auf diese allen Anschein nach besondere Frucht, der es bis zu Gottes mahnender Erwähnung noch nie Beachtung geschenkt hatte. Niemals zuvor war das gefleckte Kamel, das einzigste und zudem weiseste seiner Art, auf eine derartige Grenze gestoßen. So kam es, dass die Neugier das Kamel packte und es sich plötzlich vor dem geheimnisvollen Baum wieder fand, an dem die großen roten Früchte prangten. Nach wie vor konnte es sich darauf keinen Reim machen und es war darüber sehr betrübt. Es wusste nicht, ob es seinen Gegner mit Ehrfurcht oder Zorn begegnen sollte. Es blickte sich ratsuchend um, schaute ausgiebig in alle Himmelrichtungen und stellte erfreut fest, dass es der Mittelpunkt der Welt war. Wozu also sollte es vor etwas oder Jemandem mehr Erfurcht haben als vor sich selbst? Apfel, Apfel... - „Warum finde ich keinen Reim auf Dich? Hängst da oben rum und hältst Dich wohl für etwas Besseres!“ Und es warf einen [[Stein]] nach den Äpfeln. <br>PATSCH! <br>FFFFFFT! <br>Da lag eine der roten Früchte im Gras. | Als alle anderen Tiere längst wieder davongetrottet waren, fand es immer noch keinen Reim auf diese allen Anschein nach besondere Frucht, der es bis zu Gottes mahnender Erwähnung noch nie Beachtung geschenkt hatte. Niemals zuvor war das gefleckte Kamel, das einzigste und zudem weiseste seiner Art, auf eine derartige Grenze gestoßen. So kam es, dass die Neugier das Kamel packte und es sich plötzlich vor dem geheimnisvollen Baum wieder fand, an dem die großen roten Früchte prangten. Nach wie vor konnte es sich darauf keinen Reim machen und es war darüber sehr betrübt. Es wusste nicht, ob es seinen Gegner mit Ehrfurcht oder Zorn begegnen sollte. Es blickte sich ratsuchend um, schaute ausgiebig in alle Himmelrichtungen und stellte erfreut fest, dass es der Mittelpunkt der Welt war. Wozu also sollte es vor etwas oder Jemandem mehr Erfurcht haben als vor sich selbst? Apfel, Apfel... - „Warum finde ich keinen Reim auf Dich? Hängst da oben rum und hältst Dich wohl für etwas Besseres!“ Und es warf einen [[Stein]] nach den Äpfeln. <br>PATSCH! <br>FFFFFFT! <br>Da lag eine der roten Früchte im Gras. | ||
| − | Als Gott einige Zeit später, gerade erwacht von seinem göttlichen Mittagsschlaf, gewissenhaft durch die Wolken spähte, um sicher zu gehen, dass | + | Als Gott einige Zeit später, gerade erwacht von seinem göttlichen Mittagsschlaf, gewissenhaft durch die Wolken spähte, um sicher zu gehen, dass seine [[Schaf|Schäfchen]] drunten - er nannte alle „Schäfchen“, wenn er mit sich selbst sprach, egal ob [[wikipedia:de:Säbelzahntiger|Säbelzahntiger]] oder [[wikipedia:de:Bettwanze|Bettwanze]] - brav und redlich tun und sich an die göttliche Ordnung hielten, traute er seinen [[Auge]]n nicht: Unter dem Apfelbaum lag jammernd das gefleckte Schaf, äh Kamel. Drum herum war der Paradiesboden übersäht mit [http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,331216,00.html Apfelgripschen], abgebrochenen Stöcken (einer mit einer Astgabel, an deren beiden Enden ein [[Regenwurm]] geknotet war), Steinen und einem seltsamen aus Ästen geflochtenen Stufengestell. Am Baume hingegen prangte keine einzige Frucht. Von göttlichem Zorn gepackt donnerte er los, so dass sich abrupt die Wolken teilten und erschrocken [[Blitz]]e ausstießen: |
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Version vom 28. September 2006, 20:02 Uhr
Teil der kamelischen Entstehungsgeschichte der Gläubiger.
Nach dem Apfelbiss, welcher mit der gepfefferten Vertretung Adam&Evas aus dem Paradies endete, kehrte im Garten Eden zunächst wieder Ruhe ein. Nachdem sie Gottes Zorn auf die nackten Hippies hereinbrechen sahen, machten die übrigen Wesen von nun an einen weiten Bogen um das Apfelbäumchen. Alle? Nein. Alle bis auf ein geflecktes Kamel. Während alle Tiere, auch die Kamele, gebannt dem Worte Gottes lauschten - insbesondere der für den Garten Eden gültigen göttlichen Hausordnung, deren Nichtbeachtung von nun an streng geahndet werden sollte, saß dieses Kamel träumend in der hintersten Reihe, labte sich an vergorenem Dattelaufguss und fünfbättrigem Kasperkraut und bewunderte die über ihm entstehenden Wolkenkamele, während es lustige Reime auf alles ersponn, was ihm in den Sinn kam. Auf alles? Nein. Auf alles - außer auf „Apfel“, das komische Wort, das gerade grollend aus dem Munde Gottes zu ihm herüberdröhnte.
Als alle anderen Tiere längst wieder davongetrottet waren, fand es immer noch keinen Reim auf diese allen Anschein nach besondere Frucht, der es bis zu Gottes mahnender Erwähnung noch nie Beachtung geschenkt hatte. Niemals zuvor war das gefleckte Kamel, das einzigste und zudem weiseste seiner Art, auf eine derartige Grenze gestoßen. So kam es, dass die Neugier das Kamel packte und es sich plötzlich vor dem geheimnisvollen Baum wieder fand, an dem die großen roten Früchte prangten. Nach wie vor konnte es sich darauf keinen Reim machen und es war darüber sehr betrübt. Es wusste nicht, ob es seinen Gegner mit Ehrfurcht oder Zorn begegnen sollte. Es blickte sich ratsuchend um, schaute ausgiebig in alle Himmelrichtungen und stellte erfreut fest, dass es der Mittelpunkt der Welt war. Wozu also sollte es vor etwas oder Jemandem mehr Erfurcht haben als vor sich selbst? Apfel, Apfel... - „Warum finde ich keinen Reim auf Dich? Hängst da oben rum und hältst Dich wohl für etwas Besseres!“ Und es warf einen Stein nach den Äpfeln.
PATSCH!
FFFFFFT!
Da lag eine der roten Früchte im Gras.
Als Gott einige Zeit später, gerade erwacht von seinem göttlichen Mittagsschlaf, gewissenhaft durch die Wolken spähte, um sicher zu gehen, dass seine Schäfchen drunten - er nannte alle „Schäfchen“, wenn er mit sich selbst sprach, egal ob Säbelzahntiger oder Bettwanze - brav und redlich tun und sich an die göttliche Ordnung hielten, traute er seinen Augen nicht: Unter dem Apfelbaum lag jammernd das gefleckte Schaf, äh Kamel. Drum herum war der Paradiesboden übersäht mit Apfelgripschen, abgebrochenen Stöcken (einer mit einer Astgabel, an deren beiden Enden ein Regenwurm geknotet war), Steinen und einem seltsamen aus Ästen geflochtenen Stufengestell. Am Baume hingegen prangte keine einzige Frucht. Von göttlichem Zorn gepackt donnerte er los, so dass sich abrupt die Wolken teilten und erschrocken Blitze ausstießen:
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Diese Geschichte/Dieses Märchen ist hier noch nicht zuende erzählt. Hat jemand Lust, hier weiter zu schreiben? []Bücherregal |
