Kamelobooks:Das Apfelkamel: Unterschied zwischen den Versionen
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Es war unverkennbar, dass Gott ziemlich sauer war. Das gefleckte Kamel verstand jedoch - wie immer, wenn ER sprach - so gut wie nichts und schaute nur betreten drein. Überflüssigerweise amüsierte es sich über die göttliche Mundart. Seine Maulwinkel zuckten unwillkürlich und errichteten entgegen seinem Willen deutlich sichtbar ein großes '''[[U]]'''. Panik stieg in ihm auf. Schweiß und Tränen traten hervor. Die Maulwinkel ließen sich keinen einzigen Milimeter senken. Schließlich rollte sich das Kamel prustend und in Krämpfen auf dem Paradiesboden, wobei es quietschende Laute ausstieß und sich schließlich übergab. Es empfand Erleichterung - dicht gefolgt von großer Angst. | Es war unverkennbar, dass Gott ziemlich sauer war. Das gefleckte Kamel verstand jedoch - wie immer, wenn ER sprach - so gut wie nichts und schaute nur betreten drein. Überflüssigerweise amüsierte es sich über die göttliche Mundart. Seine Maulwinkel zuckten unwillkürlich und errichteten entgegen seinem Willen deutlich sichtbar ein großes '''[[U]]'''. Panik stieg in ihm auf. Schweiß und Tränen traten hervor. Die Maulwinkel ließen sich keinen einzigen Milimeter senken. Schließlich rollte sich das Kamel prustend und in Krämpfen auf dem Paradiesboden, wobei es quietschende Laute ausstieß und sich schließlich übergab. Es empfand Erleichterung - dicht gefolgt von großer Angst. | ||
| − | Den darauf folgenden göttliche Gewitterhagel zu rezitieren, wäre nur etwas für | + | Den darauf folgenden göttliche Gewitterhagel zu rezitieren, wäre nur etwas für Hardcore-Splatterjunkies und würde zu irdischen Gesetzeskonflikten führen. Hier also nur die für das gefleckte Kamel (das glücklicherweise das wenigste verstand) schicksalsrelevanten Auszüge (zensierte Fassung): |
'''>>''' <small>[piiiiep]</small> '''Die Äpfi san olsamma im Oarsch''' <small>[ups - piiiiiiiiiep!]</small> '''un solln dafia dortn allewei obafalln! Deine Höcker konnst da fai aa zum Oa'''<small>[piiiiep]</small> ''' neischiwwe! Dei damisches Kudere fei konnst ghoitn - dös soll etzad dein Sprachn san! Etz zwick di!<<''' | '''>>''' <small>[piiiiep]</small> '''Die Äpfi san olsamma im Oarsch''' <small>[ups - piiiiiiiiiep!]</small> '''un solln dafia dortn allewei obafalln! Deine Höcker konnst da fai aa zum Oa'''<small>[piiiiep]</small> ''' neischiwwe! Dei damisches Kudere fei konnst ghoitn - dös soll etzad dein Sprachn san! Etz zwick di!<<''' | ||
Version vom 12. Oktober 2006, 20:55 Uhr
Nach dem Apfelbiss, welcher mit der gepfefferten Vertretung Adam&Evas aus dem Paradies endete, kehrte im Garten Eden zunächst wieder Ruhe ein. Nachdem Alle mit ansehen mussten, wie Gottes Zorn auf die beiden nackten Hippies hereingebrochen war, machten die übrigen Wesen von nun an einen weiten Bogen um den Apfelbaum. Alle? Nein. Alle bis auf ein geflecktes Kamel. Während alle Tiere, auch die Kamele, gebannt dem Worte Gottes lauschten - insbesondere der für den Garten Eden gültigen göttlichen Hausordnung, deren Nichtbeachtung von nun an streng geahndet werden sollte, saß dieses Kamel träumend in der hintersten Reihe, labte sich an vergorenem Dattelaufguss und fünfbättrigem Kasperkraut und bewunderte die über ihm entstehenden Wolkenkamele, während es lustige Reime auf alles ersponn, was ihm in den Sinn kam. Auf alles? Nein. Auf alles - außer auf „Apfel“, das komische Wort, das gerade grollend aus dem Munde Gottes zu ihm herüberdröhnte.
Als alle anderen Tiere längst wieder davongetrottet waren, fand es immer noch keinen Reim auf diese allen Anschein nach besondere Frucht, der es bis zu Gottes mahnender Erwähnung noch nie Beachtung geschenkt hatte. Niemals zuvor war das gefleckte Kamel, das einzigste und zudem weiseste seiner Art, auf eine derartige Grenze gestoßen. So kam es, dass die Neugier das Kamel packte und es sich plötzlich vor dem geheimnisvollen Baum wieder fand, an dem die großen roten Früchte prangten. Es wusste nicht, ob es seinem Gegner mit Ehrfurcht oder Zorn begegnen sollte. Es blickte sich ratsuchend um, schaute ausgiebig in alle Himmelrichtungen und stellte erfreut fest, dass es der Mittelpunkt der Welt war. Wozu also sollte es vor etwas oder Jemandem mehr Erfurcht haben als vor sich selbst? Apfel, Apfel... - „Ich kann mir auf Dich keinen Reim machen. Du blöde Frucht hängst da oben herum und hältst Dich wohl für etwas Besseres!“ Wütend warf es einen Stein nach den Äpfeln.
PATSCH!
FFFFFFT!
Da lag eine der roten runden Früchte im Gras.
Als Gott einige Zeit später, gerade erwacht von seinem göttlichen Mittagsschlaf, gewissenhaft durch die Wolken spähte, um sicher zu gehen, dass seine Schäfchen drunten - ER nannte alle „Schäfchen“, wenn ER mit sich selbst sprach, egal ob Säbelzahntiger oder Bettwanze - brav und redlich tun und sich an die göttliche Ordnung hielten, traute ER seinen Augen nicht: Unter dem Apfelbaum lag jammernd das gefleckte Schaf, äh Kamel. Drum herum war der Paradiesboden übersäht mit Apfelgripschen, abgebrochenen Stöcken (einer mit einer Astgabel, an deren beiden Enden ein Regenwurm geknotet war), Steinen und einem seltsamen aus Ästen geflochtenen Stufengestell. Am Baume hingegen prangte keine einzige Frucht. Von göttlichem Zorn gepackt donnerte Er los, so dass sich abrupt die Wolken teilten und erschrocken Blitze ausstießen:
>>Ja, was is denn dös?!! Sogamoal, Du Kamel, Du boanigs ausg'schamts Du! Hoab i net gsagt, ihr Kreaturn da heruntn bleibts von dena Äpfibaam davon - Saggerament, noamoal!!!<<
- (sinngemäß: „Was geschieht hier? Sprich, Kamel, stures unverschämtes! Hab ich nicht gesagt, dem Apfelbaum sollten alle Wesen fernbleiben?“)
Es war unverkennbar, dass Gott ziemlich sauer war. Das gefleckte Kamel verstand jedoch - wie immer, wenn ER sprach - so gut wie nichts und schaute nur betreten drein. Überflüssigerweise amüsierte es sich über die göttliche Mundart. Seine Maulwinkel zuckten unwillkürlich und errichteten entgegen seinem Willen deutlich sichtbar ein großes U. Panik stieg in ihm auf. Schweiß und Tränen traten hervor. Die Maulwinkel ließen sich keinen einzigen Milimeter senken. Schließlich rollte sich das Kamel prustend und in Krämpfen auf dem Paradiesboden, wobei es quietschende Laute ausstieß und sich schließlich übergab. Es empfand Erleichterung - dicht gefolgt von großer Angst.
Den darauf folgenden göttliche Gewitterhagel zu rezitieren, wäre nur etwas für Hardcore-Splatterjunkies und würde zu irdischen Gesetzeskonflikten führen. Hier also nur die für das gefleckte Kamel (das glücklicherweise das wenigste verstand) schicksalsrelevanten Auszüge (zensierte Fassung):
>> [piiiiep] Die Äpfi san olsamma im Oarsch [ups - piiiiiiiiiep!] un solln dafia dortn allewei obafalln! Deine Höcker konnst da fai aa zum Oa[piiiiep] neischiwwe! Dei damisches Kudere fei konnst ghoitn - dös soll etzad dein Sprachn san! Etz zwick di!<<
- (sinngemäß: „[...] Die Äpfel sind allesamt im Endkanal und sollen zur Strafe von dort stets hinabfallen. Deine Höcker sind nunmehr unerheblich. Dein unschönes Gelächter soll von nun an Dein Kommunikationsmittel sein. Nun geh.“)
So entstand aus dem gefleckten Kamel ein Wesen, das keine Höcker hat, das wiehert und von dessen Hinterteil Äpfel abfallen - genannt Pferd.
Epilog:
Das gefleckte Kamel ist als „Apfelkamel“ für immer in die Geschichte eingegangen und genießt noch heute bei den meisten Gläubigern eine hohe Bedeutung.
Wir sind bis heute nicht weiser als das Apfelkamel damals - einen Reim auf „Apfel“ zu finden, ist bisher noch Niemandem gelungen.