Reimheitsgebot: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 1. Februar 2010, 23:26 Uhr
Ballade vom Reimheitsgebot, Jonathan und dem Hund
- Ach wie war sie groß, die Not,
- als der Reim noch kein Gebot!
- Alle Lieder Prosa nur,
- das war wider die Natur.
- Und auch Gedichte gab's noch nicht,
- denn ohne Reim auch kein Gedicht.
- D’rum wurd in diesen finst’ren Stunden
- Das Gebot zum Reim erfunden.
- Ein jeder reimt aus diesem Grund,
- ja, selbst im Zwinger reimt der Hund,
- und ist auch noch so hundig er,
- wenn er will, dann reimt auch er.
- Und auch der kleine Jonathan
- fing bald schon mit dem Reimen an.
- Doch von Talent war er ganz frei,
- der Rhythmus war ihm einerlei.
- Das nervte auch den Hund gar sehr,
- bis dieser rief: „Ich kann nicht mehr!
- Der Reim alleine ist noch nicht
- schon ein fertiges Gedicht!
- Auch muss man den Text verbiegen
- und ihn in den Rhytmus kriegen,
- denn nur wenn es auch gut klingt
- es allen Leuten Freude bringt!
- Wer Orgasmus reimt auf Rhytmus,
- in dessen Hintern schnell ein Tritt muss,
- damit er kein Gedicht mehr schreibt,
- sondern fortan bei Prosa bleibt.“
- So sprach der Hund, dann war er still,
- weil auch ein Hund mal schlafen will.