Dame: Unterschied zwischen den Versionen

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(Ganz kurz mal Bügeleisen rein.. schaumama.. Schöne Ideen habt Ihr eingebracht, aber es ist noch etwas brüchig und an einigen Stellen etwas wuchtig.)
(Tolle Ideen etwas gestrafft und mehr zusammengebracht; einzelne Sachen rausgenommen weil zu kleinfisselig (davon einen Abs. auf Disk konserviert).)
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{{bügeln}}Den Hinweis habe ich ganz kurz mal reingepappt, weil ich gerade mal versuchen will, die unterschiedlichen Ansätze und lustigen Ideen zusammenzubringen und ein wenig zu straffen. Hinweis fliegt danach sofort wider raus. [[Kamel:8-D|8-D]] ([[Kamel Diskussion:8-D|Diskussion]]) 17:08, 16. Jun. 2015 (NNZ)
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'''Dame''' ist ein beschönigender Ausdruck aus althergebrachten Zeiten, der Wichtigkeit suggerieren soll für ein Subjekt, dessen Daseinszweck es ist, im Schatten eines vermeintlich besseren und höheren Menschen zu stehen, dem Herrenmenschen, kurz Herr.
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Das Habitat der Dame ist das Haus, weshalb sie gewöhnlich den Titel „des Hauses“ führt. Zur Kennzeichnung titelloser Damen werden diese „Hausdamen“ genannt.
  
Dame ist ein beschönigender Ausdruck, der Wichtigkeit suggerieren soll, für ein Subjekt aus althergebrachten Zeiten, dessen Daseinszweck es ist, im Schatten eines besseren und höheren Menschen zu stehen, dem Herrenmenschen, kurz Herr.
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Auch auf dem Schachbrett ist die Dame in strotzender Pseudowichtigkeit präsent. Wichtiger als der Rest des höfschen Inventars ist es ihr vorbehalten, sich erst spät – jedoch unausweichlich – für ihren Herren, den König, zu opfern.
  
Das Habitat der Dame ist das Haus, weshalb sie gewöhnlich den Titel "des Hauses" führt. Zur Kennzeichnung titelloser Damen, werden diese ""Hausdamen" genannt.
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===Eine Dame ist keine Stute===
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Die Dame ist, im Gegensatz zur gewöhnlichen [[Kamelstute]], dem Statute nach ein höheres Wesen. Man sagt Ihr nach, sich durch feinere Manieren, jedoch geringere Belastbarkeit auszuzeichnen.
  
Auch auf dem Schachbrett ist die Dame in strotzender Pseudowichtigkeit präsent. Wichtiger als der Rest des höfschen Inventars ist es ihr vorbehalten, sich erst spät für ihren Herren, den König, zu opfern.
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Hingegen sagt man dem Herren im Vergleich zum Kamelhengst ein grobschlächtigeres Wesen nach, das sich durch Geltungssucht und Machtbesessenheit auszeichnet. Deshalb auch die Wortschöpfung „Herrscher“, die Kurzform von „Der Herr schert sich nicht um Manieren“.
  
=====Keine gewöhnliche Stute=====
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===Dämliche Damen, herrliche Herren?===
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Man beachte in diesem Zusammenhang die durchaus interessanten sprachlichen Unterschiede und inhaltlichen Bedeutungen von "Herr" und "Dame" im Gegensatz zu Mann und Frau.
  
Die Dame ist, im Gegensatz zur Stute, dem Statute nach ein höheres Wesen. Sie zeichnet sich durch feinere Manieren, aber auch durch geringere Belastbarkeit aus.
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Warum heißt es „Herr und Frau Müller“ und nicht „Mann und Frau Müller“ oder „Herr und Dame Müller“? Und warum hängt man ihnen zur geschlechtlichen Unterscheidung die Attribute „männlich und weiblich“ an – und nicht etwa „männlich und fraulich“ oder eben „herrlich und dämlich“? Interessanterweise sind „herrlich“ und „dämlich“ zwar dem Herren und der Dame entlehnt, aber haben überhaupt nicht den Sinn, das Geschlecht einer Person anzugeben. Sie suggerieren ganz andere Eigenschaften.
  
Hingegen ist der Herr im Vergleich zum Hengst ein grobschlächtigeres Wesen, das sich durch Geltungssucht und Machtbesessenheit auszeichnet. Deshalb auch die Wortschöpfung "Herrscher" aus "der Herr schert sich nicht um Manieren".
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Während der Herr ansonsten bloß Mann ist, ist die Dame nicht nur Frau, sondern außerdem ''das'' Weib. ''Die'' Dame und ''das'' Weib bezeichnen zwei Rollen ein und derselben Frau, wobei Dame eher ihre repräsentative Rolle betont, in der ihr auch Allüren erlaubt sind, wie den Ehemann warten lassen, wenn er für den Theaterbesuch schon im Auto sitzt und sie noch im Haus vor dem Schminkspiegel. Das Weib hat hingegen die undankbare Rolle des dienstbaren Geistes, der seiner Meinung nach stets sofort verfügbar sein muss. Apropos Verfügbarkeit: Für [[IHN]] ist die Frau des Anderen „meine Dame“ und die eigene Frau „mein Weib“. Lüstet es dem Mann gar nach jener Dame oder nach „gewissen Damen“, so gilt eine Ehefrau, die seine so weitgehenden Allüren mit Haltung auszuhalten vermag, in der Gesellschaft als „Dame von Welt“. Die Damen, mit denen der Herr sich derweil vergnügt, hingegen gelten als „Halbweltdamen“.
  
=====Dämliche Damen, herrliche Herren?=====
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Das Ganze mutet dem aufgeklärten Kamel von heute höchst ungerecht an. Wäre es da nicht gerecht, wenn Frauen einen sächlichen Begriff wie „Das Weib“ ganz genauso selbstverständlich auf ihre [[Männer]] anwenden? Nun, die Emanzipation wird wohl erst vollendet, wenn „die Dame“ und „der Herr“ beide die ihnen zugeschriebenen Rollen verlassen und sich einander einfach als Frau und Mann zuwenden – ohne die Allüren und Hirarchien mitzuschleppen, die man ihnen mittels all dieser Beiklänge ungefragt aufgeprägt hat. Oder werden dämliche Damen und herrliche Herren ebendiese seltsamen Beiklänge eines Tages abgelegt haben?
 
 
Man beachte in diesem Zusammenhang die durchaus interessanten sprachlichen Unterschiede und inhaltlichen Bedeutungen von "Herr" und "Dame", "herrlich" und "dämlich", aber auch Mann, Frau, Weib... . Warum heißt es eigentlich "Herr Müller" und "Frau Müller" und nicht "Mann Müller" oder "Dame Müller"? Der Zufall machte immerhin die Begriffe "männlich" und "weiblich" zum Standard anstelle der nun wirklich unterirdischen Kombination "herrlich" und "dämlich". Aber "die" Dame und und "das" Weib sind oft zwei Rollen ein und derselben Frau, wobei Dame eher ihre repräsentative Rolle betont, in der ihr auch Allüren erlaubt sind, wie den Ehemann warten lassen, wenn er für den Theaterbesuch schon im Auto sitzt und sie noch im Haus vor dem Schminkspiegel. Das Weib hat hingegen die undankbare Rolle des dienstbaren Geistes, der seiner Meinung nach stets sofort verfügbar sein muss. A propos Verfügbarkeit: Für [[IHN]] ist die Frau des anderen "meine Dame" und die eigene Frau "mein Weib". Lüstet es dem Mann gar nach der Frau des anderen oder gar zusätzlich nach käuflichen Damen, so gilt seine Ehefrau, die seine so weitgehende Allüren mit Haltung auszuhalten vermag, in der Gesellschaft als "Dame von Welt", im Gegensatz zu den käuflichen Damen, den "Halbweltdamen".
 
 
 
Der kultivierte Mann von heute spielt weder Schach noch Big Spendor, um mit brett-vorm-kopf-gebundener Intelligenz oder halbweltlichem Glamour zu blenden, sondern er lebt seine polygame Leidenschaft im Damespiel aus, bei dem sich die Damen rascher vermehren lassen als beim Schach, und das auf dem gleichen Brett. Aus spielerisch erfolgreichen Spielsteinen werden neue Damen. In weniger kultivierten Kreisen ist das [[Skat]]-Spiel interessanter, um zu erkennen, wie die Herren es da mit den Damen halten. Sie werden wie die anderen Karten auf den Tisch gekloppt, wie auch der König. In auftrumpfender Rolle tritt da zumeist der Bube auf, insbesonders beim Grand. Das Skatspiel hat garkeinen Platz für eine "Grand Dame" vorgesehen. Ob die Buben eigentlich Spitzbuben sind ist nicht definiert, aber edler Herr und edle Dame sind der Welt  Skat kloppender Herren eher fremd. A propos Bube: Erster Versuch der [[Emanzipation]] im post-wilhelminischen Zeitalter war übrigens der Damen ihre Bubikopf-Frisur. Und sowohl [[RAF]] als auch [[NSU]] zählten Weiber in mehr oder weniger ausgeprägter Spitzbubenrolle zu ihren konspirativen "Zellen".
 
 
 
Nun, die Emanzipation wird wohl erst vollendet, wenn die Frauen einen "sächlichen" Begriff wie "Das Weib" ganz genauso selbstverständlich auf "ihre" [[Männer]] anwenden. Denn dass [[political correctness]] weiterhin den [[Duden]] auf Schulheftdicke schrumpfen lässt, weil Begriffe wie Dame und Weib immer häufiger auf den Index des politisch unkorrekten kommen und ihr Gebrauch zur Todsünde wird, das wird bald aufhören müssen. Zwar lässt sich von [[Kamelen]] in ihrer lingua franca mit [[Mööepp]] und [[Möh]] alles ausdrücken, doch  aus [[witzenschaft]]licher Sicht ist es gut, nicht alles so francophon ausdrücken zu müssen, sondern sich auch noch einer gut mit Begriffen ausgestatteten Fremdsprache wie [[Deutsch]] zu bedienen.
 
  
 
[[stupi:Dame]]
 
[[stupi:Dame]]

Version vom 16. Juni 2015, 18:45 Uhr

Dame ist ein beschönigender Ausdruck aus althergebrachten Zeiten, der Wichtigkeit suggerieren soll für ein Subjekt, dessen Daseinszweck es ist, im Schatten eines vermeintlich besseren und höheren Menschen zu stehen, dem Herrenmenschen, kurz Herr.

Das Habitat der Dame ist das Haus, weshalb sie gewöhnlich den Titel „des Hauses“ führt. Zur Kennzeichnung titelloser Damen werden diese „Hausdamen“ genannt.

Auch auf dem Schachbrett ist die Dame in strotzender Pseudowichtigkeit präsent. Wichtiger als der Rest des höfschen Inventars ist es ihr vorbehalten, sich erst spät – jedoch unausweichlich – für ihren Herren, den König, zu opfern.

Eine Dame ist keine Stute

Die Dame ist, im Gegensatz zur gewöhnlichen Kamelstute, dem Statute nach ein höheres Wesen. Man sagt Ihr nach, sich durch feinere Manieren, jedoch geringere Belastbarkeit auszuzeichnen.

Hingegen sagt man dem Herren im Vergleich zum Kamelhengst ein grobschlächtigeres Wesen nach, das sich durch Geltungssucht und Machtbesessenheit auszeichnet. Deshalb auch die Wortschöpfung „Herrscher“, die Kurzform von „Der Herr schert sich nicht um Manieren“.

Dämliche Damen, herrliche Herren?

Man beachte in diesem Zusammenhang die durchaus interessanten sprachlichen Unterschiede und inhaltlichen Bedeutungen von "Herr" und "Dame" im Gegensatz zu Mann und Frau.

Warum heißt es „Herr und Frau Müller“ und nicht „Mann und Frau Müller“ oder „Herr und Dame Müller“? Und warum hängt man ihnen zur geschlechtlichen Unterscheidung die Attribute „männlich und weiblich“ an – und nicht etwa „männlich und fraulich“ oder eben „herrlich und dämlich“? Interessanterweise sind „herrlich“ und „dämlich“ zwar dem Herren und der Dame entlehnt, aber haben überhaupt nicht den Sinn, das Geschlecht einer Person anzugeben. Sie suggerieren ganz andere Eigenschaften.

Während der Herr ansonsten bloß Mann ist, ist die Dame nicht nur Frau, sondern außerdem das Weib. Die Dame und das Weib bezeichnen zwei Rollen ein und derselben Frau, wobei Dame eher ihre repräsentative Rolle betont, in der ihr auch Allüren erlaubt sind, wie den Ehemann warten lassen, wenn er für den Theaterbesuch schon im Auto sitzt und sie noch im Haus vor dem Schminkspiegel. Das Weib hat hingegen die undankbare Rolle des dienstbaren Geistes, der seiner Meinung nach stets sofort verfügbar sein muss. Apropos Verfügbarkeit: Für IHN ist die Frau des Anderen „meine Dame“ und die eigene Frau „mein Weib“. Lüstet es dem Mann gar nach jener Dame oder nach „gewissen Damen“, so gilt eine Ehefrau, die seine so weitgehenden Allüren mit Haltung auszuhalten vermag, in der Gesellschaft als „Dame von Welt“. Die Damen, mit denen der Herr sich derweil vergnügt, hingegen gelten als „Halbweltdamen“.

Das Ganze mutet dem aufgeklärten Kamel von heute höchst ungerecht an. Wäre es da nicht gerecht, wenn Frauen einen sächlichen Begriff wie „Das Weib“ ganz genauso selbstverständlich auf ihre Männer anwenden? Nun, die Emanzipation wird wohl erst vollendet, wenn „die Dame“ und „der Herr“ beide die ihnen zugeschriebenen Rollen verlassen und sich einander einfach als Frau und Mann zuwenden – ohne die Allüren und Hirarchien mitzuschleppen, die man ihnen mittels all dieser Beiklänge ungefragt aufgeprägt hat. Oder werden dämliche Damen und herrliche Herren ebendiese seltsamen Beiklänge eines Tages abgelegt haben?

stupi:Dame