Dichter
Irgendwie gings, sprach die Sphinx.
Dichter sind Leute, die Dinge so eng zusammenpacken. dass kaum noch Zwischenraum bleibt. Die meisten Dichter arbeiten bei der Presse. Das erklärt allerdings nicht ihren Weinkonsum, denn sie finden nur selten einen anderen Arbeitgeber als die städtische Müllabfuhr. Die besten Dichter sind dabei buchstäblich im Dreck versunken und zu Schwarzen Löchern geworden.
Ein paar Neudichter behaupten, sie können auch Sätze zusammenpressen. Solche Leute sind meist mehr oder weniger ansprechbar in Kneipen zu finden. Manchmal kritzeln sie dabei etwas auf Papier oder an die Klowand, aber im Großen und Ganzen gilt folgende Faustregel:
Wenn es nicht richtig läuft Und der Unsinn sich häuft Weil der Dichter nur säuft Fehlt am Ende ein Reim
Wenn es denn gar nicht mehr geht, greifen sie zu vorgefertigten Wort- und Satzhülsen und machen dabei notfalls sogar einen auf allürischen Legostheniker.
Der junge Goethe sprach zu später Stunde einst in der Kneipe: "Ich bin dicht, doch ich wäre gerne dichter". Als dichtester aller Dichter gilt freilich der Dichter Nebel.
Bei Schiller war es fast genauso. Weil er als kleines Kind immer in die Hosen gepinkelt hatte, wollte er gerne dichter sein.
Siehe auch: Gedicht, Dichtung, Kompressor, Morgenstern
Lassen Sie sich nicht negativ beeinflussen – lesen Sie besser den Artikel über Reimheitsgebot, Endreim
Schnell noch einen Blick ins Kamelionary: Schauze