Dame
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Den Hinweis habe ich ganz kurz mal reingepappt, weil ich gerade mal versuchen will, die unterschiedlichen Ansätze und lustigen Ideen zusammenzubringen und ein wenig zu straffen. Hinweis fliegt danach sofort wider raus. 8-D (Diskussion) 17:08, 16. Jun. 2015 (NNZ)
Dame ist ein beschönigender Ausdruck, der Wichtigkeit suggerieren soll, für ein Subjekt aus althergebrachten Zeiten, dessen Daseinszweck es ist, im Schatten eines besseren und höheren Menschen zu stehen, dem Herrenmenschen, kurz Herr.
Das Habitat der Dame ist das Haus, weshalb sie gewöhnlich den Titel "des Hauses" führt. Zur Kennzeichnung titelloser Damen, werden diese ""Hausdamen" genannt.
Auch auf dem Schachbrett ist die Dame in strotzender Pseudowichtigkeit präsent. Wichtiger als der Rest des höfschen Inventars ist es ihr vorbehalten, sich erst spät für ihren Herren, den König, zu opfern.
Keine gewöhnliche Stute
Die Dame ist, im Gegensatz zur Stute, dem Statute nach ein höheres Wesen. Sie zeichnet sich durch feinere Manieren, aber auch durch geringere Belastbarkeit aus.
Hingegen ist der Herr im Vergleich zum Hengst ein grobschlächtigeres Wesen, das sich durch Geltungssucht und Machtbesessenheit auszeichnet. Deshalb auch die Wortschöpfung "Herrscher" aus "der Herr schert sich nicht um Manieren".
Dämliche Damen, herrliche Herren?
Man beachte in diesem Zusammenhang die durchaus interessanten sprachlichen Unterschiede und inhaltlichen Bedeutungen von "Herr" und "Dame", "herrlich" und "dämlich", aber auch Mann, Frau, Weib... . Warum heißt es eigentlich "Herr Müller" und "Frau Müller" und nicht "Mann Müller" oder "Dame Müller"? Der Zufall machte immerhin die Begriffe "männlich" und "weiblich" zum Standard anstelle der nun wirklich unterirdischen Kombination "herrlich" und "dämlich". Aber "die" Dame und und "das" Weib sind oft zwei Rollen ein und derselben Frau, wobei Dame eher ihre repräsentative Rolle betont, in der ihr auch Allüren erlaubt sind, wie den Ehemann warten lassen, wenn er für den Theaterbesuch schon im Auto sitzt und sie noch im Haus vor dem Schminkspiegel. Das Weib hat hingegen die undankbare Rolle des dienstbaren Geistes, der seiner Meinung nach stets sofort verfügbar sein muss. A propos Verfügbarkeit: Für IHN ist die Frau des anderen "meine Dame" und die eigene Frau "mein Weib". Lüstet es dem Mann gar nach der Frau des anderen oder gar zusätzlich nach käuflichen Damen, so gilt seine Ehefrau, die seine so weitgehende Allüren mit Haltung auszuhalten vermag, in der Gesellschaft als "Dame von Welt", im Gegensatz zu den käuflichen Damen, den "Halbweltdamen".
Der kultivierte Mann von heute spielt weder Schach noch Big Spendor, um mit brett-vorm-kopf-gebundener Intelligenz oder halbweltlichem Glamour zu blenden, sondern er lebt seine polygame Leidenschaft im Damespiel aus, bei dem sich die Damen rascher vermehren lassen als beim Schach, und das auf dem gleichen Brett. Aus spielerisch erfolgreichen Spielsteinen werden neue Damen. In weniger kultivierten Kreisen ist das Skat-Spiel interessanter, um zu erkennen, wie die Herren es da mit den Damen halten. Sie werden wie die anderen Karten auf den Tisch gekloppt, wie auch der König. In auftrumpfender Rolle tritt da zumeist der Bube auf, insbesonders beim Grand. Das Skatspiel hat garkeinen Platz für eine "Grand Dame" vorgesehen. Ob die Buben eigentlich Spitzbuben sind ist nicht definiert, aber edler Herr und edle Dame sind der Welt Skat kloppender Herren eher fremd. A propos Bube: Erster Versuch der Emanzipation im post-wilhelminischen Zeitalter war übrigens der Damen ihre Bubikopf-Frisur. Und sowohl RAF als auch NSU zählten Weiber in mehr oder weniger ausgeprägter Spitzbubenrolle zu ihren konspirativen "Zellen".
Nun, die Emanzipation wird wohl erst vollendet, wenn die Frauen einen "sächlichen" Begriff wie "Das Weib" ganz genauso selbstverständlich auf "ihre" Männer anwenden. Denn dass political correctness weiterhin den Duden auf Schulheftdicke schrumpfen lässt, weil Begriffe wie Dame und Weib immer häufiger auf den Index des politisch unkorrekten kommen und ihr Gebrauch zur Todsünde wird, das wird bald aufhören müssen. Zwar lässt sich von Kamelen in ihrer lingua franca mit Mööepp und Möh alles ausdrücken, doch aus witzenschaftlicher Sicht ist es gut, nicht alles so francophon ausdrücken zu müssen, sondern sich auch noch einer gut mit Begriffen ausgestatteten Fremdsprache wie Deutsch zu bedienen.
