Bebrahamopel
Bebrahamopel ist eine heilige Stadt im Scherzherzogtum Kalau. Benannt ist sie nach dem legendären Staatsgründer und Stammvater des scherzherzoglichen Hauses, Bebraham dem Bärtigen. Der insbesondere als Sitz des Erzmetropoliten der katholutherisch-unierten orthodoxen Nationalkirche Kalaus bekannt gewordene Ort liegt ca. dreißig Kilometer östlich der Hauptstadt Sickjoke in einem kreisfreien Kondominium, dessen Herrschaft sich der Scherzherzog und der Erzmetropolit der Nationalkirche teilen. Bebrahamopel gilt als führendes geistliches Zentrum des Kindischen Ozeans und hat von jeher durch schwunghaften Ablasshandel ihren Teil zur Sanierung der kalauischen Staats- und Staatskirchenfinanzen beigetragen.
Im Zentrum der Stadt erhebt sich die Metropolitanbasilika St. Cynik und Methadon. In der Krypta wird das Herz des Heiligen Nimmerlein aufbewahrt – und an seinem Namenstag (30. Februar), dem kalauischen Nationalfeiertag, dem staunenden Volk gezeigt. Desweiteren befinden sich im Inneren der Basilika zahlreiche Altäre. Einer der Ältesten ist der heiligen Schokolatia geweiht und wurde in den frühen 50er Jahren im Zuckerbäckerstil renoviert. Nicht minder bedeutend ist der Hauptaltar der südlichen Nebenapsis. Ihn errichtete man zu Ehren der hl. Inkontinentia, der Ehefrau des Pontiac Pilatus. Unmittelbar neben steht der von der Gurkengarde strenge bewachte erzmetropolitische Palast, an dessen Fenster sich der Kirchenfürst bisweilen zeigt um dem Volke huldvoll zuzuwinken. In der Nähe befindet sich auch die Arena für öffentliche Exkrementationen.
Daneben befinden sich in Bebrahamopel rund zwei Dutzend weiterer Kirchen. Eine der bekanntesten ist dem Heiligen Bürokratius geweiht, dem Schutzpatron der Beamten. Kunsthysterisch bedeutsam ist dort vor allem der kakizistische Portikus mit den Korinthenkapitellen. In Sankt Bürokraz haben alle höheren Beamten des Scherzherzogtums, vom Mineraldirigenten aufwärts, ihren Amtseid auf die kalauische Gesellschaftsordnung und die Leeren der Nationalkirche abzulegen.
Im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit stand Bebrahamopel nicht zuletzt 2005 bei der Amtseinführung des derzeitigen Erzmetropoliten Anästhesius XLVIII., eines Polizistensohns aus der Provinz. In den Straßen der Stadt war kein Durchkommen, nicht zuletzt wegen der vielen Pilger von Anästhesiusens Heimatinsel Petitesse, die Transparente mit der Aufschrift "Wir sind ERZMETROPOLIT." schwenkten.