Kamlet
Kamlet war ein dänischer Kamelprinz aus einer uralten eiszeitlichen Wollkameladelssippe, einer so uralten, daß er genau wie seine höckrichte Verwandtschaft noch mit Stoßzähnen im vorderen Oberkiefer ausgerüstet war, Stoßzähnen also genau da, wo beim modernen Kamel die Oberkieferzahnlücke klafft. Eines Tages traf er Wilhelm Schütteltbier, und schnell fanden sie bei zwei gut durchgeschüttelten Flasch' Bier fest, dass sie gemeinsam die Welt, so wie sie damals war, aus den Angeln zu heben vermochten. Beide des Anglerlateines nicht mächtig, einigten sie sich schnell, sich am besten auf Angelsächsisch miteinander zu verständigen über die Existenzfragen der Menschheit, der Kamelheit, ja der Lebewesenheit schlechthin.
In einer Welt voller Muttersöhnchen ragte Kamlet mit seiner Vaterorientierung geistig weit über die Kamelheit heraus, und Wilhelm Schütteltbier brauchte Kamlets Weisheiten nur mitzuschreiben, um die inhaltsschwersten Verse daraus zu schmieden, welche kamel je auf dieser unserer Erdscheibe je auf Theaterbühnen präsentiert bekommen hat. Nur wirklich verstanden hat sie bis heute keiner. Wie denn auch, normales Theaterabopublikum ist nicht auf Tiefenphilosophie abonniert. Doch Schütteltbier konnte es einfach nicht lassen, auch die tiefsinnigsten Szenen in das Drama einzubauen. Kamlet gab seinem Freund Wilhelm den Tipp mit dem angelsächsischen Künstlernamen, und dazu brauchte er seinen Namen nur 1:1 ins Englische zu übertragen - Wilhelm Schütteltbier wurde zu William Shakespeare.