Lebenslauf: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 31: | Zeile 31: | ||
da trug man [[Mutter]]n auf der Bare.<br /> | da trug man [[Mutter]]n auf der Bare.<br /> | ||
In ihren Pfirsichkuchenecken<br /> | In ihren Pfirsichkuchenecken<br /> | ||
| − | fand man Nadeln und auch Zwecken. | + | fand man Nadeln und auch Zwecken.<br /> |
| − | + | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | |
| − | |||
Kuno wurde schließlich [[Sieben]],<br /> | Kuno wurde schließlich [[Sieben]],<br /> | ||
da blieb [[Opa]] für immer liegen<br /> | da blieb [[Opa]] für immer liegen<br /> | ||
| Zeile 43: | Zeile 42: | ||
der auf des Ält'ren klugen Rat<br /> | der auf des Ält'ren klugen Rat<br /> | ||
in die [[Steckdose|Steckdos]]' [[Nagel|Nägel]] tat.<br /> | in die [[Steckdose|Steckdos]]' [[Nagel|Nägel]] tat.<br /> | ||
| + | |||
| + | |valign="top" style="padding-right: 50px; text-align: center; font-style: italic;"| | ||
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
Als [[Neun]]e ward das liebe [[Kind]],<br /> | Als [[Neun]]e ward das liebe [[Kind]],<br /> | ||
| Zeile 50: | Zeile 51: | ||
musst' man auch zu [[Grab]]e tragen:<br /> | musst' man auch zu [[Grab]]e tragen:<br /> | ||
Die Silo-Wette gewann er zwar,<br /> | Die Silo-Wette gewann er zwar,<br /> | ||
| − | doch Kuno sparte das Fünferl in bar. | + | doch Kuno sparte das Fünferl in bar.<br /> |
| − | + | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | |
| − | |||
An Kunos [[elf]]tem [[Geburtstag|Jahrestag]]<br /> | An Kunos [[elf]]tem [[Geburtstag|Jahrestag]]<br /> | ||
man Gretchen aus dem [[Teich]]e barg.<br /> | man Gretchen aus dem [[Teich]]e barg.<br /> | ||
| Zeile 70: | Zeile 70: | ||
Warum hing auch dieser [[Hammer]]<br /> | Warum hing auch dieser [[Hammer]]<br /> | ||
ungesichert in der Kammer?<br /> | ungesichert in der Kammer?<br /> | ||
| + | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
| − | |valign="top" style="text-align: center; font-style: italic;"| | + | |valign="top" style="padding-right: 50px; text-align: center; font-style: italic;"| |
Mit [[15|Fünfzehn]] gab's ein Missgeschick,<br /> | Mit [[15|Fünfzehn]] gab's ein Missgeschick,<br /> | ||
da starb der [[Lehrer]] der [[Physik]]:<br /> | da starb der [[Lehrer]] der [[Physik]]:<br /> | ||
| Zeile 87: | Zeile 88: | ||
fand man nur noch eine Plombe.<br /> | fand man nur noch eine Plombe.<br /> | ||
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
| − | Kuno war | + | Kuno, kaum war er [[18]] alt,<br /> |
| − | + | machte er wieder jemand kalt?<br /> | |
Nein, dem [[Lehrer]] drohte nur<br/> | Nein, dem [[Lehrer]] drohte nur<br/> | ||
| − | er und bekam | + | er und bekam's [[Abitur]].<br /> |
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
Kuno, 19, dann beim Bund,<br /> | Kuno, 19, dann beim Bund,<br /> | ||
denn am Hindukusch gings rund!<br /> | denn am Hindukusch gings rund!<br /> | ||
| − | Kuno kratzte sich | + | Kuno kratzte sich die [[Eier]]<br/> |
und begann das ''Friendly Fire''.<br /> | und begann das ''Friendly Fire''.<br /> | ||
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
| + | |||
| + | |valign="top" style="text-align: center; font-style: italic;"| | ||
20, eine runde Zahl<br /> | 20, eine runde Zahl<br /> | ||
gab Kuno die Qual der Wahl:<br /> | gab Kuno die Qual der Wahl:<br /> | ||
| Zeile 107: | Zeile 110: | ||
Zwei und Zwanzig, jetzt zu zweit<br /> | Zwei und Zwanzig, jetzt zu zweit<br /> | ||
ward Kuno Jekyll und Hyde.<br /> | ward Kuno Jekyll und Hyde.<br /> | ||
| − | Zwanzig | + | Zwanzig zählte die Soko Kuno.<br/> |
| − | Zuerst | + | Zuerst erwischte es Gendarm Bruno.<br /> |
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
Kam zur Zwanzig dann die Drei<br /> | Kam zur Zwanzig dann die Drei<br /> | ||
| Zeile 118: | Zeile 121: | ||
nur Kunos Hälfte Jekyll dann.<br /> | nur Kunos Hälfte Jekyll dann.<br /> | ||
Vor Gericht schwur er: "Es war Hyde"<br /> | Vor Gericht schwur er: "Es war Hyde"<br /> | ||
| − | und verließ den Saal, strafbefreit | + | und verließ den Saal, strafbefreit.<br /> |
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
<nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | <nowiki>~~~~~</nowiki><br /> | ||
| + | Mit 25 promovierte<br /> | ||
| + | Jekyll, der nach Titeln gierte,<br /> | ||
| + | über Kuno, diesen Killer.<br /> | ||
| + | Doktor wurd' er für den Thriller!.<br /> | ||
| + | |||
|- | |- | ||
| colspan="4" align="center"|<br>[[Datei:KunosOpfer.jpg|1050px]] | | colspan="4" align="center"|<br>[[Datei:KunosOpfer.jpg|1050px]] | ||
Version vom 16. November 2014, 12:41 Uhr
Der Lebenslauf ist eine Art Marathon mit unvorhersehbaren Hürden und ein verbreitetes Spiel bei belebter Materie („Lebewesen“).
Je nachdem, wie geschickt sich ein Lebensläufer schlägt, erwirbt er Kompetenzen, die ihm beim Einsammeln von Glückspunkten dienlich sind. Die einzelnen Level (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter, Alter) werden nach dem Zufallsprinzip mal mehr und mal weniger schwierig gestaltet. Gleiches gilt für die Verteilung der Pechpunkte, die es mit den Glückspunkten zu neutralisieren gilt.
Wird der Weg eines Spielers chronologisch aufgelistet, kommt eine höchstindividuelle Zusammenfassung eines Lebens dabei heraus. Meist geschieht die Auflistung anhand der erworbenen Kompetenzen, weil das schmeichelnder zu lesen ist als eine Liste der gemachten Fehler und Dummheiten, anhand derer sich das Leben ebenfalls skizzieren ließe. Je nach Persönlichkeit kann solch eine Chronologie, auch Werdegang genannt, sehr unterschiedlich aussehen. Nachfolgende Fallbeispiele seien daher als bloße Veranschaulichung verstanden und sind nur bedingt auf die eigene Situation übertragbar.
Lebenslauf eines Massenmörders
|
Kaum wurde Kuno drei, |
~~~~~ |
Mit Fünfzehn gab's ein Missgeschick, |
20, eine runde Zahl | ||
|
~~~~~ Möchtest du Kuno nicht begegnen, solltest du dich rasch hinfort begeben. ~~~~~ |
| ||||
Lebenslauf eines Nerds
Kindheit: Eine Katastrophe
Bis zum 3. Lebensjahr verlief alles ruhig. Ich hatte gelernt bis 1000 zu zählen und alle Erbsen auf den Tellern gleich zu verteilen, Reiskörner dito. Ich zählte außerdem Dachziegel, Pflastersteine, Kieselsteine, Suppenlinsen, Maschenzaunmaschen, Gartenheckenblätter, Rauhfasertapetenhubbel und noch viel mehr. Außerdem lernte ich addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren, leider nur von positiven Ganzzahlen. Dann gab es nämlich einen furchtbaren Einschnitt in meinem Leben, der mich in der mathematisch-wissenschaftlichen Erfassung der Welt etwas behinderte.
Am 1117. Tag meiner Existenz kam ich in den Kindergarten. Es war der Abgrund. Mit einem Mal war ich von lärmenden, rein affektiv gesteuerten Individuen umgeben. An Rückzug war nicht zu denken, denn das Wachpersonal ließ das nicht zu. Dieses bestand aus 5:1 Frauen und Männern, die sich genauso emotional übersteigert verhielten wie die Insassen und die pausenlos nicht zu unterbietenden Unsinn redeten. Letzterer fand zu 97,37% in der Wir-Form statt (obgleich sie jeweils alleine sprachen!), wohl um den Insassen die gleichen hirnerweichenden Ideen und abstrusen Folgerungen zu indoktrinieren zu versuchen. Anschauungsbeispiel (Zitat): «Soooo, dann wollen wir mal das Krepp-Papier wieder schööööööön zurück auf den Basteltisch legen und husch-husch in den Stüüühlchenkreis kommen. Sven-Noah ist diesmal unser Dornröööschen und Laura-Annalena spielt die böööse Hexe - huuiiiiii!!! Und wir, wir wollen dazu singen und sooo unserem liiieben Dornröschen helllffen.»
Schulzeit: Reine Katastrophe
Nachdem ich 3 Jahre lang mit albernen Gruppenspielen traktiert wurde und das Gekreische seltsam degenerierter Artgenossen ertragen musste, kam ich endlich in die Schule. 73 von 73 Personen hatten zuvor behauptet, dass man dort etwas lernte. Trotz der empirischen Nichtsignifikanz dieser Aussagen entwarf ich die These, dass dies u.U. teilweise zutreffen könne und wagte es, mich ein wenig darauf zu freuen. Meine Folgerung erwies sich als fatal. Obwohl die Mitinhaftierten jetzt ein höheres Alter als im Kindergarten hatten, nahmen demgegenüber deren Verhaltensauffälligkeiten exponentiell zu - und zwar kontinuierlich - und gipfelten in der s.g. Pubertät (ohne Worte). Mangels Relevanz möchte ich die „fachlichen“ Inhalte dieser unnötigen Phase nur in Schlagworten exemplarisch skizzieren:
- Grundschule: Buchstaben und Ziffern malen, langweiliges „Rechnen“ mit Ganzzahlen bis 100 (da gibt’s nichts zu rechnen), durch Lupe glotzen, schwachsinnige Fragen zu Bildergeschichten beantworten («Was machen Udo und Lena?» – «Udo und Lena malen.» <> Großartige Erkenntnis). Um die Zeit zu füllen brachte ich mir selber derweil heimlich etwas Bruchrechnen bei (1/2 Semmel + 2/4 Semmelstücke = 1 Ganzsemmel und dem Zauselbart da vorne semmel ich auch gleich eine).
Immerhin: Während die Anderen gerade „Duchaufgaben“ kennenlernten, beschäftigte ich mich einmal näher mit den Zahlen, die mir früher schon auffielen: denen, die sich nur durch Eins und sich selber teilen lassen. Ich liebte sie, weil sie sich durch Niemanden und nichts kleinkriegen ließen, jedenfalls nicht ganzzahlig. Schnell hatte ich sämtliche dieser Zahlen bis zur Zehnmillionengrenze erfasst, irgendwie musste ich mich ja beschäftigen. Dass sie Primzahlen heißen und angeblich bislang keine verlässliche Formel gefunden wurde, um sie schnell und einfach herauszubekommen, war mir dabei gar nicht klar.
- Gymnasium: Mathe nur absoluter Anfängerkram: Analysis, Lineare Algebra, Analytische Geometrie, Stochastik; Informatik auf Babyniveau: Algorithmen, relationale Datenbanken, prozedurales und objektorientiertes Programmieren. Während die Anderen bei anspruchslosen Programmieraufgaben schwitzten, hackte ich mich ins Kultusministerium ein, um den Lehrplan etwas anspruchsvoller zu gestalten. Genutzt hat es nichts, meine Änderungen wurden offenbar gar nicht bemerkt. Um der Unterhaltungssucht trivialer Naturen, welche diesem Bericht bis hier hin gefolgt sind, Genüge zu tun und das Nichterwähnenswerte weiter zu erwähnen: Neben einer Reihe anderer unwesentlicher Fächer gab es noch
- Deutsch – gewonnene Erkenntnis: Werke „berühmter“ Dichter und Literaten zeichnen sich dadurch aus, allgemeinverständliche Dinge unverständlich auszudrücken.
- Biologie – Innenansichten einer stinklangweiligen Spezies, die schon von außen schwer erträglich und zudem völlig verbugt ist.
- Geschichte – eine Schichtung sich stetig wiederholender vorhersagbarer Ereignisse.
- Latein – „Romani ite domum!“ Leider hilft das nichts, die alten Römer geistern trotz ihres Ausgestorbenseins weiterhin herum.
Studium: Kleine Katastrophe
Etwas Erleichterung verschaffte mir das anschließende Studium der Ingenieursinformatik. Humanoide Umgebung: etwas erträglicher. Man sprach nur das Nötigste und das in verständlicher Form (in mathematischen Formeln und Algorithmen). Diplom (1,0), Titel: „Deskription von Elgamal-Verschlüsselungsverfahren durch schnelle Berechnung diskreter Logarithmen“ *. Preise, Ehrungen, Nobelpreis, Morddrohungen, Medienrummel.
Angehende Nerds können sich diesbezüglich an den kryptischen Wikipedia-Artikeln zum Thema erquicken: [], []
Aktuell: Keine Katastrophe
Endlich Erfüllung: Abtauchen in den Untergrund fernab menschlicher Erbärmlichkeit.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen unter wechselnden Pseudonymen.
Tätigkeit für verschiedene Geheimdienste (Informationsbeschaffung und -manipulation).
Entwicklung und Wartung einer hochkomplexen Matrix-Architektur.
Höchste Ehrenauszeichnung 27.08.2012: Erwähnung in der Kamelopedia.
Nicht zu verwechseln mit: Der Lauf des Lebens | Um sein Leben laufen
[]Mörder | Massenmörder | Splatter | Hacker | Nerd | Geek
Sklave • Beruf • Lehranstalt • Arbeitslos • Arbeitsplatz • Arbeit • Meerarbeit • Arbeitsamt • Arbeitsmarkt • Lehrstuhl • Arbeitgeber • Arbeiter • Leerberuf • Ein-Euro-Job • Azubi • Arbeiten bis man schwarz wird • Bildungswesen • Bildung • Blow Job • Lohndumping • Schwarzarbeit • Zeitarbeit • Wahrheitsgehalt • Bildungsauftrag • Workshop • Ausbildung • Fortbildung • Jobcenter • Fleißband • Diener • Lehre • Bewerbung • Arbeitgeberüberlassung • Lohn • Lebenslauf • Anstrengung • Arbeiterbewegung